Der Null-Bock

Der Null-Bock

Test: Zero Motorcycles. Die elektrische Fortbewegung zieht mit Pauken und Trompeten, konstant und mit großen Schritten in Richtung Alltagstauglichkeit. Emissionsloses Anrauchen macht durchaus Spaß, schont die Umwelt und hat noch viel Potenzial. Text: Gregor Josel

Die Begeisterung meinerseits für Elektromotorräder hielt sich bisher in Grenzen. Vor allem seit damals, als der Ingwer-farbene Asia-Scooter – dessen unaussprechli­chen Namen ich mir nicht merkte, er erinnerte jedenfalls an das Mittagsmenü M 36 beim Chinesen – die verschmorten Eingeweide seines Elektromurls aus seinem Polyvinylchlorid-Chassis auf die Garagenauffahrt kotzte. Dass es in China anscheinend nur Menschen mit einem Durchschnittsgewicht von 45 Kilo gibt, konnte ich damals nicht wissen. Wahrscheinlich dachte sich der kleine E-Motor beim Anblick der gewichtigen Gefahr in Gestalt meiner Person, dass der kurze und schmerzlose Suizid auf der Garagenauffahrt die einzig männliche und unpeinliche Alternative zum qualvollen Verrecken in aller Öffentlichkeit sei. „Hubraum kann durch nichts ersetzt werden“, dachte ich und stieg, quasi z’ Fleiß, auf die 407-PS-S-Klasse um. Die wahrscheinlich nur zum Befahren derselben Garagenauffahrt mehr Energie verbrannte, als zur Herstellung des Chinesen-Wimmerls alles in allem vonnöten war.

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